Montag, Dezember 29, 2008

Traumhaft!

Ich bin mühsam dabei, sechs Kinder auf ebensovielen Rücksitzen einzeln anzuschnallen in dem kleinen, superflachen schwarzen Sportwagen. Soeben habe ich sie von einem Reiterhof abgeholt und muss sie nach Hause bringen.

In diesem Moment ertönt das tiefe Röhren des kraftvollen Motors und der Wagen fährt los. "Verflixt, schon wieder!" denke ich, und "Naja, nicht schlimm, ich bin ja daran gewöhnt, dass das Fahrzeug fahrerlos startet. Auf den nächsten Metern geht es eh' nur geradeaus, genug Zeit also!"

So bin ich ein paar Minuten beschäftigt, als mir siedend heiß einfällt: "Da vorne kommt eine unübersichtliche Einmündung, bis dahin muss ich am Steuer sein!" Das Auto fährt schnell, der Weg von den Rücksitzen zum Fahrerplatz zieht sich wie Kaugummi, es wird brenzlig, die Luft bietet Widerstand, ich brauche all' meine Kraft - derweil ein Kind an mir vorbei nach vorn hüpft, als wär's nix!

Sowas träume ich öfter.

Die Rauhnächte sind zudem die einzigen Nächte im Jahr, die ich ausdehne bis zum Erbrechen - die meisten Ausschlaf- (sprich: Ferien)tage liegen nämlich in der hellen Jahreszeit, die in der dunklen liegen, nutze ich zum Schlafen! Schlafen! Schlafen! und das hat manchmal die seltsamsten Auswirkungen.

Samstag, Dezember 27, 2008

Beleidigte Leberwurst...




Gelegentlich kommt es vor, dass ich in die Gesichter meiner Kinder spreche: "Einer von euch kann mal eben zum Briefkasten gehen!" und dies hat EINHUNDERTPROZENTIG zur Folge, dass meine Jüngste "Ich! Ich! Ich!"-schreiend zum Schlüsselbrett sowie anschließend nach draußen stürzt.

Vor einigen Tagen machte ich den "Fehler", mich direkt an sie zu wenden: "Geh' doch bitte mal zum Briefkasten!" was ein beleidigt-empörtes "Mann, Mama! Wieso immer ich?" zur Folge hatte. Völlig geduldfrei erklärte ich: "Du schreist doch sonst immer los, wenn's um den Briefkasten geht! Also geh' einfach, Punkt!" Grummelnd leistete sie tatsächlich der Aufforderung Folge.

Von einigen anderen Tätigkeiten abgelenkt, achtete ich dann eine ganze Weile nach dem Briefkastengang nicht auf sie. Irgendwann sehr viel später fand ich sie mitten im Wohnzimmer auf dem Boden sitzend, die Wolldecke komplett auf ihr, ein vorwurfsvolles Gespenst.

Die Decke lüpfend, fragte ich ebenso freundlich wie ratlos nach dem Grund?

Tränenverzerrtes, völlig verzweifeltes Gesicht: "...weil du gesagt hast, dass ich IMMER zum Briefkasten will..." (...)

Nur eines ist völlig sicher bei so einem Verhalten: Wie ich's auch immer mache - es ist garantiert verkehrt! Ich empfinde das generell als sehr anstrengend und manchmal, aber nur manchmal, bin ich das einfach nur leid und sonst gar nix.

Mittwoch, Dezember 24, 2008

Ich mag keine Engel!

Mit himmlischen Heerscharen kann ich nix anfangen. Und auch als Boten Gottes sind sie mir suspekt, die Engel. Flammenschwert, Wolkenheim, seliges Lächeln oder, seit Neuestem, der etwas esoterische Anhauch, der sie umgibt - nee!
Trotzdem habe ich in diesem Jahr zwei schlichte Engel verschenkt an zwei ältere Damen, die einfach welche brauchen. Und mir ein engelhaftes Perlengebilde als Schlüssel(?)anhänger, weiß auch nicht, warum.
Sams Adler scheint mir auch ein Engel zu sein - aber ich seh' da sowieso lauter Eizellen und Nabelschnüre im kosmischen Adventkalender.
Zeit für anderes Licht.
Ausgerechnet der mürrische Mensch vom Getränkeladen, der immer schweinische Witze erzählt, wenn er glaubt, keine Frau höre zu (???) hat mir diesen kleinen Engel geschenkt, an dem ich zum eigenen Erstaunen eine neckische Freude habe. Das Figürchen hat so ein freundliches Gesicht.
Und außerdem
hat es das Herz in der Hand -
genau wie ich.
Frohe, friedliche stille Tage
wünsch' ich euch allen!

Mittwoch, Dezember 03, 2008

Wahrheit

Der Spruch, der neulich als Baumarktreklame (Jippiieeejeahjeahjippijippijeah!)
auf einer Anhängerplane an mir vorbei gefahren ist,
geht mir nicht aus dem Sinn.
Weil er für mich und mein Leben
ganz genau so stimmt:
"Es sind die schmutzigen Jungs, die Herzen brechen!"
Es ist einfach so, dass diejenigen "Männer", die auch innerlich einen Schlips tragen,
bei mir noch nie landen konnten,
mich als Frau nie interessiert haben...

Montag, Dezember 01, 2008

Montagmorgen...Resümee

Die Sonne scheint. Ich bin ausgeschlafen aufgewacht, was ich die ganze letzte Woche nicht ein einziges Mal von mir behaupten konnte. Das Wochenende war lückenfrei programmiert, jedenfalls im Verhältnis zu meinem deutlich reduzierten Tempo. Doch, das ist mal ein wunderschöner Montagmorgen.

Der Rest vom Fest... jo, keine Langeweile heute früh. Aber schön war's - die Prinzessin fand nach langer Zeit die Muße, mich zu besuchen. Tja, sie ist umgezogen, sie hat wieder geheiratet und seit fast zwei Jahren geht sie wieder Vollzeit arbeiten. Letzteres allein macht's schon schwieriger, mit mir Hausfrau eine gemeinsame Mußestunde zu verbringen, ist halt' so. Es gibt Freundschaften, denen macht so etwas nichts aus. Bei jeder Begegnung wird da wieder angeknüpft, wo's das letzte Mal abgesetzt wurde. Und es gibt Freundschaften, die durch so etwas allmählich ausklingen.

Oh, und das hier ist schon gar nicht mehr wahr. Das hat ca. 36 Stunden gehalten und war in allen Lokalblättern. Traditionell Chaos in allen Straßen, 50 Verkehrsunfälle im Umkreis, meistenteils Blechschäden. Aktuell bin ich froh, wenn's mal ein bisschen Frost gibt in der Nacht.



Achje, und die Gartenstühle sollte ich doch langsam mal 'reinstellen. Der Kirschbaum trug ein anderes Weiß als im April...


Petersilienhochzeit hatten wir, der Grejazi und ich. Hat keiner gemerkt. Zwölfeinhalb Jahre sind zwar der halbe Weg zur Silberhochzeit, richtig Tradition ist deren Feier aber mehr in Norddeutschland. Am Niederrhein wird's nur hie und da gefeiert. Vorsichtshalber hatte ich aber trotzdem einen Petersilienstrauß im Haus. Es sind nämlich die Gäste, die für die feste und flüssige Verpflegung sorgen und wenn keine Petersilie im Haus ist, muss das Brautpaar zahlen...



Zum Trost noch ein paar Herbstfarben, von ein- und demselben Baum zur selben Zeit. Ich bin mir noch nicht sicher, ob das ein Ahorn ist. Wenn ja, dann ein ganz ausgefallener...







Tja, ich hab' zwar kleine Hände - Handschuhgröße 7 - aber dieses Platanenblatt ist trotzdem imposant gewesen.



Und so schön ist mitunter der Niederrhein... dem ich hiermit noch einmal ausdrücklich meine Liebe erkläre.