Donnerstag, August 28, 2008

Unbeliebt!

Ich möcht' mal sagen, Kinder wecken is' doof! Wer mag schon den, der da ins Zimmer kommt, wach und fröhlich ist und einen heraustreibt aus dem warmen Nest, eben noch umschlungen von Traumgespinsten und dann hinaus in die grausame Welt! Es tut mir jeden Morgen auf's Neue leid, den Buhmann zu spielen für meine seidig-warmen Schlafkinder und trotzdem muss ich mich durchsetzen!

Mittwoch, August 27, 2008

Das Hohelied der Liebe

- Überarbeitete Version -
(...)
"Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig.
Sie ereifert sich nicht, sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf.
Sie handelt nicht ungehörig, sucht nicht ihren Vorteil,
lässt sich nicht zum Zorn reizen, trägt das Böse nicht nach.
Sie freut sich nicht über das Unrecht, sondern freut sich an der Wahrheit.
Sie erträgt alles, sie glaubt alles, hofft alles, hält allem stand.
Die Liebe hört niemals auf."
(...)

Eigentlich mag ich ihn ja nicht, den Paulus und seine Briefe. Der Mann kommt mir oft vor wie ein ziemlich von sich eingenommener, manchmal etwas weinerlicher, dicker, glatzköpfiger kleiner Mann mit einer ausgeprägten Profilneurose.

Aber so einfach ist das nicht. Manche meiner Mutmaßungen mag auf Paulus zutreffen, trotzdem hat er auch noch ein paar andere Facetten, die ihn doch lesenswert machen.
Das geht eben nicht, Idole aufgrund bestimmter Wesenszüge zu "machen" und sie dann wegen anderer Eigenschaften zu stürzen. Dazu hat ein einzelner Mensch viel zu viele verschiedene Aspekte.

Und meine "Schubladen" werden mir gelegentlich sehr gründlich ausgetrieben. Dafür bin ich dankbar, ebenso wie für die Menschen, die mir manchmal die Augen öffnen über mich selbst.

"Ich will einen Strich unter das Gewesene ziehen, ja, aber erst soll mein Gegenüber begreifen, wie sehr ER MICH verletzt hat, einsehen, dass ich durch ihn genauso leide wie er durch mich."

Das ist ein Widerspuch in sich und ich kann gar nicht glauben, dass ich das nicht gesehen habe; im Kern entspringt es eben doch dem Wunsch nach Aufrechnung, die genau ich ja in Wahrheit gar nicht will.

Ich will nicht "wurscht" und "widerwurscht" spielen, "Du hast aber...", "Ja, und dafür hast du..." und was das wirklich bedeutet, für mich und meine Gefühle, fange ich gerade erst an, zu begreifen.

Groll hegen und kleinlich sein, tatsächlich, es gibt Bereiche in meinem Leben, in denen ich das sehr ausgiebig tue und es überhaupt nicht bewusst wahrnehme. Seltsamer Weise eher bei den kleinen Dingen, bei den alltäglichen Verletzungen. Die großen Schmerzen heimzuzahlen bin ich nicht imstande. Ich kann nicht anders als sie auszuhalten.

Dabei liebe ich doch. Schlicht und ergreifend, nichts weiter als das. Und eben kein Konto aufmachen, das gegenrechnet, das ist doch, was ich will. Einen Strich ziehen. Und der wird nicht mit "Ja, aber..." gezogen.

DAS sollte ich mir auf den Spiegel schreiben! MERKEN!

Diese Blindheit meinem eigenen kleinlichen Groll gegenüber macht mich sprachlos. Und die Tiefe meiner Gefühle erschüttert mich bis ins Mark. Denn ich sehe, dass ich für meine Liebe bereit bin, meinen Groll in aller Konsequenz aufzugeben. Völlig.

Samstag, August 23, 2008

Frauen und Technik

Meine Spülmaschine ist gebaut wie viele andere Spülmaschinen auch; oben ist halt' so ein Drahtkorb, der sich wie eine Schublade herausziehen lässt. An den Längsseiten befinden sich Ablagen, die es ermöglichen, beispielsweise zwei Tassen übereinander zu deponieren.

Da ein rotierender Arm das Spülwasser ja von unten in die Tassen spritzt, frage ich mich schon, wie die Tasse über der Tasse eigentlich sauber wird?

Ganz im Ernst!

Nun habe ich in diversen Frauenkreisen diese meine Frage schon mal zur Sprache gebracht. Ohne befriedigendes Ergebnis. Was mich am meisten erschütterte: die gänzliche Undifferenziertheit; "Na, da sind doch noch so Düsen, die DAZWISCHEN spritzen..."

Wären da Düsen, ginge die Schublade nicht auf. Und den Damen ist das völlig egal.

Genauso ignorant - Achtung, völlig subjektive Äußerung! - finde ich die Ansicht, Socken kämen in der Waschmaschine abhanden. Wer sich die Trommel mal wirklich von innen angesehen hat, muss erkennen, dass das auf Grund simpelster physikalischer Tatsachen gar nicht sein kann.

Experimentell habe ich über die Dauer von ca. zwei Jahren für mich und meine Waschmaschine nachgewiesen: Die Socken, die ich hinein stecke, kommen auch wieder heraus. Definitiv.

Aber Frauen scheint das jedenfalls nicht zu interessieren.

Mittwoch, August 20, 2008

Grappa!!!

Neue Schule, neuer Lebensabschnitt! Tatsächlich, neue Ufer sind erreicht. Der Älteste, der J., geht seit etwas mehr als einer Woche auf die weiterführende Schule. Was das alles mit sich bringt: Busfahrkarte, öffentlicher Bus, Telefonkarte (damit das Kind vom öffentlichen Fernsprecher die Mama rufen kann, wenn mal der Regen waagerecht daherkommt!) Büchereiausweis, Schülerausweis! Glücklicher Weise gibt es eine Einführungswoche, damit die I-Dötzianer, die Fünftklässler halt', sich nicht dauern verlaufen.

Geht selbstständig in die Zentralbibliothek, "Mama, ich kann ja nachmittags einfach nochmal in die Stadt fahren!" Wow!

Doch, für mich ändert sich auch manches. Plötzlich ist das Kind viel größer, vernünftiger, wirklich, von jetzt auf gleich: er übt mit seinem jüngeren Bruder, M., den Text für's Musical vom Kirchenchor und hilft seiner Schwester bei den Hausaufgaben.

Von sich aus!

Macht sehr gewissenhaft Hausaufgaben und packt die Tasche nach Stundenplan: "Mama, DAS musst du auch noch unterschreiben, das muss ich morgen abgeben!"

Die Kleine, gestern: ICH habe ihr erklärt wie der Trick bei den Pyramidenaufgaben in Mathe geht, "Cool, Mama!" Wenn ich daran zurückdenke, wie meine Mutter in meinem Genick ein Mathebuch in Fetzen gehauen hat, weil ich irgendwas nicht kapiert habe...

Ich mach' bestimmt nicht alles richtig, aber sicher richte ich nicht so ein Unheil bei meinen Kindern an wie meine Mutter damals bei mir!!!

Mann, bin ich betrunken!

Kanalisierung

Der Fernseher lockt mich nicht mehr. Gezielt sehe ich jedenfalls nicht mehr fern und beim Zappen fühle ich mich eher zugemüllt. Das konzentrierte Ansehen einer Sendung ist mir ja sauber abgewöhnt worden von all' den Werbeunterbrechungen auf den meisten Kanälen.

Was mich auf die breite Bettcouch vor das TV-Gerät lockt, ist der Mensch, der da bereits liegt. Oder mein Rücken, der sich mal ausstrecken muss, aber nicht oben auf dem Bett allein sein mag.


Okay, manchmal findet Grejazi Goldstücke, die guck' ich dann mit. Aber für Eigeninitiative fehlt mir einfach der Anreiz. Habe ich Muße, entscheide ich mich meistens für ein Buch. Oder für's Internet, die Vernetzung von Informationen, der Austausch, das reizt mich eher.

Manchmal betrete ich Häuser von Freunden, Verwandten und Bekannten, in denen der Fernseher "einfach so" läuft, gelegentlich sitzt nicht mal jemand davor. Mir fällt es schwer, mich auf ein Gespräch zu konzentrieren, wenn dazu bunte Bilder flimmern.

Aber das ist ja dann mein Problem.

Nur frage ich mich wirklich nach der allgemeinen Einstellung zu dieser Unterhaltungsmaschine. Um mich zu entspannen, ist sie für mich nicht das Mittel der Wahl, ich verstehe aber, wenn jemand das so braucht, in einem bestimmten Rahmen.

Es schneidet mir jedoch ins Herz, wenn ich an lauen Sommerabenden in vielen Wohnzimmern dieses eindeutige Leuchten sehe. Der Winter ist schließlich noch lang genug.

Mittwoch, August 13, 2008

Chronik des galoppierenden Irrsinns

Es mag zweieinhalb oder drei Jahre her sein, da hatte ich eine unruhige Nacht gehabt, war froh, als die Kinder im Schulbus saßen und legte mich dankbar noch einmal ins Bett, nicht ohne mir den Wecker für ca. 2 Stunden später gestellt zu haben.

Geweckt wurde ich jedoch früher und zwar vom Telefon. Zu dieser Zeit hatte unser Telefonanbieter, die Firma mit dem "dunkelpinken" Logo (ich nenne das jetzt ganz bewusst nicht "magentafarben", das widerstrebt mir), firmenfremde Call-Center mit einer Art "Kalt-Akquise" beauftragt.

Ich versuchte noch, meine grauen Zellen wieder in die richtige Reihenfolge zu bringen, als der junge Mann am anderen Ende der Leitung bereits fröhlich seinen "Ganz-sensationelles-Angebot-nur-heute-nur-jetzt"-Schwall über mich ergoss.

Im Grunde ging es darum, dass unsere Telefongesellschaft uns in einen anderen Vertrag locken wollte, der nicht uninteressant klang, aber: ich wollte mich partout nicht am Telefon entscheiden müssen, ich wollte Papier sehen.

Ich weiß nicht mehr, wie es kam, Alkohol war in der Nacht davor nicht im Spiel gewesen, jedenfalls nicht bei mir; ehe ich's mich versah, wurden wir beide sehr unfreundlich zueinander am Telefon.

Dabei gebe ich zu bedenken, dass der junge Mann nicht bei unserer Telefongesellschaft arbeitete, sondern bei einem Subunternehmer, sprich, irgendein Billig-Call-Center mit zweifelhaft geschultem Personal.

Jedenfalls sagte ich mehrmals klar und deutlich, dass ich mich nicht am Telefon entscheiden wolle und legte irgend wann einfach auf.

Als nächstes bekam ich per Post eine Auftragsbestätigung für besagtes Angebot. Da ging mir zum ersten Mal der Hut hoch.

Vermutlich war es aber ein Fehler, meinen Unmut telefonisch an den Mann zu bringen. Denn darauf bekam ich ein bedauerndes Schreiben, warum wir denn nicht mehr im Telefonbuch stehen möchten?

Dunkelrot war die Farbe, die ich dann sah.

Wieder griff ich zum Telefon, um mir ganz unmittelbar Luft zu machen. Der Mensch, mit dem ich sprach, wollte alles wieder in Ordnung bringen und bot mir an, für das Beantworten von vier Fragebögen innerhalb zwei Jahren jedes halbe Jahr 50 Euro gutgeschrieben zu bekommen auf unserer Telefonrechnung, als Entschädigung.

Zu diesem Zeitpunkt blickte ich schon nicht mehr durch, wie die Konditionen des alten Vertrages waren und was der Inhalt des neuen war, das gestehe ich. Richtig in den Ursprungszustand kamen wir jedenfalls nicht mehr, aber da wir nur schwer miteinander darüber sprechen konnten, Grejazi und ich, blieb es irgendwie dabei. Durchblick hatte ich, wie gesagt, gar keinen mehr.

Die Fragebögen waren irgendein Larifari in Sachen Image und Kundenzufriedenheit und das Geld kam zuverlässig. Später änderte Grejazi unsere Vertragsbedingungen online, wir bekamen Flatrate und erstmal war Ruhe.

Vor einem Jahr etwa bekam ich wieder so einen Werbeanruf. Aus Schaden klug geworden, äußerte ich Interesse und bat um Rückruf, weil ich das nicht abschließen wollte, ohne mit Grejazi gesprochen zu haben, ich braves Hausschaf, ich.

Der Holde fand das Angebot gut, könnten wir machen, meinte er. Leider rief die Dame jedoch nie zurück und wir vergaßen die Sache. Zwei, drei Monate später - unser Telefonanbieter hat ständig "noch neuere und noch bessere Konditionen im Programm" - kam wieder so ein Anruf und diesmal nahm ich das Angebot an, mit Bauchweh zwar, aber mit der Zusicherung, innerhalb zwei Wochen schriftlich "stornieren" zu können.

Natürlich hätte ich das nicht tun sollen. Es war die entgangene Gelegenheit davor, die mich dazu verleitete. Mir fehlte es an Durchblick durch die Konditionen und an technischen Kenntnissen.

Die Auftragsbestätigung kam, Grejazi war nicht einverstanden. "Kein Problem," sagte ich, "ich kündige das schriftlich, dann ist alles wieder wie zuvor!"

Yessss, "Seeing myself making every possible mistake!"

Also kündigte ich diesen jüngsten Abschluss fristgerecht per Einschreiben. Um daraufhin EINE ZWEITE AUFTRAGSBESTÄTIGUNG zu erhalten. Da war ich dann nicht mehr rot- sondern bereits weißglühend wütend.

Wider besseres Wissen suchte ich nun die nächstegelegene Niederlassung unseres Anbieters auf und ließ mir mündlich zusichern, dass dies ein Versehen eines Kollegen gewesen sein müsse und nun alles online in meinem Interesse geändert worden wäre.

Dieses geschah jedoch nicht, dennoch verlief die Angelegenheit im sprichwörtlichen Sand.

Das Thema "Telefongesellschaft" ist in unserem Hause ein recht sensibles. Kommunikation ist es, um die es geht. Und zwar nicht nur die mit dem "Tele-" davor.

Sei es, wie es sei, gerade sitze ich wieder über dieser Angelegenheit und bin so weit vorgestoßen, wie nie zuvor. Online hatte ich um Rückruf gebeten und die Dame sagte mir eben zu, bis Montag alles in Ordnung zu bringen. Dann rief sie noch einmal an und erklärte, dass sie es nicht nur um monatlich 10, sondern sogar 15 Euro günstiger machen könne und wir oben drein eine einmalige 20-Euro-Gutschrift bekämen.

Kunststück, nachdem wir ca. 9 Monate lang jeweils 10 Euronen zu viel gezahlt haben, weil uns etwas zur Verfügung gestellt wurde, das wir aufgrund der Leistungsfähigkeit unserer Zuleitungen gar nicht in Anspruch nehmen können. Außerdem könnten wir diese Konditionen regulär erst zum November 2009 kündigen, "rein aus Kulanz" macht sie es sofort, die gute Frau, soso. Aber was weiß ich denn schon!

Ich glaube das erst, wenn ich das Schreiben in der Hand habe.

Sonntag, August 03, 2008

Apfelglück!

Das war er, der eine von einigen Klaräpfeln, die in diesem Jahr zum ersten Mal, seit ich den Baum kenne, bis zur Schmackhaftigkeit an ihm hängen blieben. Und dieser eine hatte, aus der Erinnerung geschätzt, einen Durchmesser von 10 Zentimetern. Wirklich, vor einigen Tagen habe ich zum ersten Mal von diesem Baum einen Apfel gepflückt und sogleich verspeist. Danke, Sam!