Freitag, August 31, 2007

Spielt nicht mit dem Essen, Kinder! ;D

...aber das hier war einfach zuu verlockend! Genießen mit allen Sinnen!

Donnerstag, August 30, 2007

Arachnidae und andere Leidenschaften....


Heute im Morgengrauen hat die Kreuzspinne wieder ein neues Netz gesponnen an meinem Küchenfenster. Nachdem sie sich vor genau einer Woche in den Trockenrosen am Fenstergriff verkrochen und dort ganz unbeweglich gehockt hatte, fand ich vor drei Tagen eine Haut auf dem Fensterbrett.


Die Spinne sieht jetzt deutlich größer aus. Allerdings lauert sie nicht mehr in der Mitte vom Netz, wie sie das vor der Häutung getan hat, sondern bleibt in den Blumen. Das kann am Wetter liegen - auch in der Küche ist das sicher spürbar - oder sie ist jetzt einfach zu schwer dafür. Keine Ahnung.


In diesen sieben Tagen hat sich viel verändert in meinem Leben. Oder in meinen Gefühlen, meinem Denken. Ich bin in eine Falle geraten und weiß noch nicht so recht, wie ich da wieder herauskommen soll.


Die schwierige Situation in meiner Familie hat sich zugespitzt. Nun sehe ich allerdings zum ersten mal mein eigenes Verhalten klarer, vielleicht, seit ich den Stromatolith in der Tasche trage. Ich sehe, wie ich gesehen werde, wie ich offenbar gewirkt habe, und das ist grausig. Dennoch entspricht dieses Bild im Auge des Andern mir nicht.


Ich will da wieder heraus, das in Ordnung bringen, aber ich weiß nicht wie. Der Betroffene ist noch immer beleidigt und ich kann nichts tun.


Vielleicht sollte ich einfach mal still sein und abwarten. Ich weiß es nicht. Das Gefühl, bei jedem Versuch der Klärung die Lunte eines Sprengsatzes in Brand zu setzen, macht es nicht einfacher.

Dienstag, August 28, 2007

Zu nah?

Im letzten Winter entdeckte ich diese beiden Bäume in einem Nachbarort im Vorgarten. Völlig ohne Laub sah dieses Paar dramatisch aus, als brächten die beiden sich gegenseitig um. Vor einigen Wochen war ich zufällig wieder in der Gegend und hatte meinen Fotoapparat dabei.

Aber mit Laub ist der Eindruck ein ganz anderer. Ich frage mich, ob die beiden durch Zufall und Natur so eng in diesem Vorgarten stehen oder ob Menschen sie absichtlich so gepflanz haben...

Große Nähe hat so viele verschiedene Aspekte, dass ich zu keiner richtigen Meinung komme. Da ist einmal innige Liebe, aber unten in der staubigen Ecke lauert die Penetranz, das "Zuviel". Dann die Frage der Freiwilligkeit und des Verordneten?

Ich meine, sind zwei sich freiwillig sehr nah oder wegen der Umstände? Aber was heißt schon freiwillig.

Na ja, die beiden Bäume haben ihre große Nähe überlebt. Also doch Natur? Aber vielleicht wollte nur keiner klein beigeben. Keinem von beiden war der Freiraum wichtig genug, um zu sagen:"Wenn ich die Freiheit nicht kriegen kann, sterbe ich lieber!"

Oder aber sie können voneinander nicht lassen. Der eine kann einfach nicht ohne den andern und alles ist gut.

Ich werd' mir die Beiden im Winter noch einmal ansehen...

Sonntag, August 26, 2007

Der Bart ist ab!!

Ich habe einen ganz schönen Schrecken bekommen, das gebe ich zu. Und ich muss immer wieder hinsehen! Die weitaus längste Zeit unserer Beziehung hat der Mann einen Bart getragen, habe ich täglich mehrmals einen Bartträger geküsst!

Nu' isse weg, die Gesichtsbehaarung und ich habe ein VÖLLIG anderes Gesicht vor mir... ich guck' immer wieder hin, weiß noch nicht so recht, kann mich noch nicht gewöhnen...

Freitag, August 24, 2007

Kuttiii!!!

Gestern... gestern war so ein Tag, an dem ich mich mal von der Leine gelassen habe, aus den Schienen gesprungen bin, auf denen ich sonst laufe.

Schon vor längerer Zeit hatte ich über das Internet einen Laden in Duisburg-Meiderich entdeckt, der Heilsteine verkauft. Mein Vormittag war frei, 10 Uhr sollte der Laden öffnen, um kurz vor elf war ich dort - vor verschlossener Tür. Offenbar hatte ich mich auf der Website verlesen, nun hatte ich also Zeit bis zwölf.

Da ich nun einmal da war, einen guten Parkplatz hatte und die Sonne schien, dachte ich:"Gut, guckste dir mal Meiderich an, mal sehen, was kommt!" und schlenderte los. Was ich sah, gefiel mir: zwischen dem typischen Vorstadt-Grau immer wieder alte Backsteinbauten mit knorrigen Obstbäumen im Vorgarten, hie und da eine kleine grüne Oase, das eine oder andere alteingesessene Geschäft.

Ich ging eine verkehrsberuhigte Straße entlang, ohne Bordstein, ein Kleinlaster schwenkte in meinen Weg, rangierte, um einzuparken. Im Augenwinkel registrierte ich, dass der Fahrer mich ansah, ich erwiderte seinen Blick aber nicht.

Da entdeckte ich einige Meter weiter einen Eisenwarenladen, oh, prima, ich brauchte sehr große Muttern, die kriegt man nicht überall. Also ging ich 'rein.

Eine Männerwelt, ganz klar, ich war beinahe ein Alien. :) Hinter der altmodischen Theke vom Boden bis zur Decke hölzerne, schwergängige Schubladen und eine Menge Staub. Einige Regale mit Äxten, Sägeblättern und Akkuschraubern, Schnüre als Meterware, die brauchte ich auch.

Am Rande meines Gesichstfeldes betrat der Fahrer des Kleinlasters den Laden und stand schließlich vor mir in der Schlange. Jetzt erst sah ich genauer hin und dachte zweifelnd:"Junge, bist du etwa...? Also, wenn du jetzt eine sooo tiefe Stimme hast, dass es mir bis in den kleinen Zeh fährt...!"

Ich wurde unruhig, er sagte nix zu dem Verkäufer, leistete nur eine Unterschrift. Im Rausgehen dann pfefferte er ein "Tschööö!" auf die Theke und ich geb's zu: mein Herz klopfte lauter. Sekundenbruchteile zögerte ich, dann verließ ich den Laden und ging Richtung Kleinlaster, mit etwas wackligen Beinen.

Der Wagen kam mir entgegen und ich hob die Hand, er hielt, sah mich ahnungsvoll an und da wusste ich es. Meine Knie wurden weich.

"Entschuldigung, das mag jetzt wie eine plumpe Anmache klingen, aber kennen wir uns?"
"Ja, ich war auch am überlegen, doch!?"
"Kutti?"
Er nickte.
"Mensch, wie lange ist das her, zwanzig Jahre??"
"Soo lange?"
"Weißt du, WIE unwahrscheinlich das ist, dass ICH jetzt HIER bin??"
"Wieso?" fragt er begriffsstutzig und ich erkläre ihm, wo ich jetzt wohne und dass ich eigentlich noch nie in Meiderich war.
"Ich kenn' mich hier auch nicht aus..."

Wir tauschen die Eckdaten, verheiratet ist er, hat ein Kind. Ihn nach seiner Telefonnummer zu fragen, fand ich ein bisschen zu direkt, seine e-mail Adresse funktioniert nicht, sagt er und ich akzeptiere ein Stoppschild, wenn ich eins sehe. Ich wollt' ja auch nicht wiederanknüpfen, nur in alten Zeiten schwelgen. :D

Er unterdrückte mühsam die Rührung, meine äusserte sich im Übersprudeln.

Ich sehe in diese stahlblauen Augen und frage: "Geht's dir gut?" "Ja!" sagt er, aber er hätte "viel Arbeit!"und hinter ihm drängte ein Auto. Wir verabschiedeten uns mit guten Wünschen und ich lächelte immer noch, als ich den Eisenwarenladen erneut betrat.

Immer noch Zeit habend, durch die Straßen schlendernd, fiel mir immer mehr wieder ein (und ich kriegte das Grinsen nicht aus meinem Gesicht): damals wohnte ich allein in Duisburg in der Nähe vom Zoo, am Rande der Studentenszene. Kutti gehörte zu einer ganzen Clique von Motorradfahrern, mit denen ich mich damals rumtrieb.

Sommer. Sonne. Motorradfahren (als Sozia). "Fury in the Slaughterhouse" sangen damals "Won't forget these days" und ich wusste, dass es stimmt. "R.E.M" brachten "Losin' my Religion" 'raus.

Anfang zwanzig waren wir - ("Kutti! Ich hab' mich vertan! Das mit uns ist erst sechzehn Jahre her!") und ein bisschen wild. Die Jungs gaben viel Geld für Tätowierungen aus, wir fuhren schöne Touren mit den Mopeds und lernten die schrägsten Kneipen kennen.

Kutti hatte eine Freundin, die von irgendwoher zu ihm gezogen war - Sauerland? Eifel? - und so gut wie nie mitkam, wenn wir was unternahmen. Was ich ziemlich komisch fand, so jung... jedenfalls, seine Stimme fuhr mir ohne Umwege direkt in den Bauch. Dieser Hundeblick aus stahlblauen Augen... ich konnte nicht widerstehen!

Damals, O-Ton, immer wieder:
"Entschuldigung!"
"Mööönsch, Kutti, jetzt entschuldige dich doch nicht dauernd für alles!"
"Tut mir leid!"

Das war schon herrlich. Irgendwo habe ich ein Foto... die seidige Haut! Hachja. Wir waren soo unerfahren!

Die Mädels in der Clique haben mir nach meinem One-Night-Stand mit ihm die Hölle heiß gemacht, natürlich war das 'rausgekommen. Ich hatte nicht erwartet, dass er sich meinetwegen von seiner Freundin trennen tät', in meiner Verliebtheit damals wär's zwar schön gewesen, aber Illusionen habe ich mir keine gemacht. So war's auch okay.

Schon ganz schön sentimental, das ganze. Ein kleines Juwel für meine Schatztruhe...

Mööönsch, Kutti!

Donnerstag, August 23, 2007

Etwas über Spinnen - ohne Fotos! ;)

In der Ecke in der Küche, in der ich mich mit Abstand am häufigsten aufhalte, befindet sich auch das Fenster - klein und auf Brusthöhe. Davor wächst eine prächtige Ackerkratzdistel, die fast bis an die Fensterbank reicht und inzwischen auch schon Samen ausbildet.

Nicht nur daran erkenne ich unzweifelhaft den nahenden Herbst: überall um's Haus herum sind die Kreuzspinnen wieder erschienen, als habe jemand ein geheimes Startsignal gegeben. Meist behaupten sie ihre Plätze, bis die ersten Fröste sie vertreiben und oft spannen zwei oder drei von ihnen ihre Netze vor meinem Küchenfenster.

In dieser Zeit sind draußen wenige andere Spinnen zu sehen, drinnen tummeln sich wie üblich die Zitter- und Hauswinkelspinnen. Seltener sind einmal größere Springspinnen im Haus.

Nur im Keller ist das Spinnenleben meistens gleich: zwei oder drei große Hauswinkelspinnen am Boden und jede Menge Zitterspinnen an der Decke.

Kleines Drama am Rande: nachdem mir eines Abends eine dicke schwarzbehaarte Achtbeinige etwas lustlos - offenbar angeschlagen - den Weg querte, konnte ich am anderen Tag fasziniert beobachten, wie eine von den so transparent, filigran und gläsern wirkenden Zitterspinnen sich auf den Boden herabließ und eben dieser Hauswinkelspinne, die doch noch soviel kräftiger AUSSAH, den Garaus machte.

Auf der Arbeitsfläche unter oben erwähntem Küchenfenster hat die Kompostschüssel ihren Platz, in der ich die organischen Abfälle des Tages sammele, um sie dann in die Biotonne zu leeren. Naturgemäß sehr interessant für Fliegen, die es ohnehin wegen des Fensters an diese Stelle zieht.

Wenn ich in meinem Haus eine Spinne wäre, würde ich also auch dort mein Netz bauen, is' ja logisch. Deshalb sind Netze, Spinnen- und Fliegenkot an dieser Stelle gar nicht ungewöhnlich.

Mein neuester Gast hat mich trotzdem sehr überrascht: tatsächlich eine junge Kreuzspinne. Seit zwei Wochen leistet sie mir Gesellschaft bei vielen täglichen Verrichtungen. Das ist ziemlich ungewöhnlich, ich habe noch nie eine Kreuzspinne IN einer menschlichen Behausung angetroffen, nicht mal in Kellern und schon gar nicht dauerhaft.

Aber es scheint ihr da zu gefallen und ich freue mich, dass sie mir solche "hautnahen" Einblicke gewährt.

Zwei, drei Tage nach ihrem Erscheinen fand ich eine Haut auf der Fensterbank, und die Spinne war eine Zeit lang nicht zu sehen, da hängen ein paar getrocknete Rosen am Fenstergriff, die kommen ihr offenbar sehr gelegen. Als sie dann wieder erschien, sah sie aus wie frisch gewaschen und hatte eine noch feinere Zeichnung.

Sie fängt jeden Tag ein bis zwei Fliegen, braucht maximal eine Stunde, bis von der Fliege nichts mehr übrig ist als ein glänzender, kleiner schwarzer Krümel. Rücksichtsvollerweise lässt sie diesen dann in die Kompostschüssel fallen ;D und sitzt ansonsten still in der Mitte ihres Netzes. Einzig ihr Kot zeichnet sich hell auf der Gummidichtung der Fensterscheibe ab. Manchmal bewegt sie reihum alle ihre acht Beine, wie jemand, der nach langem Stehen das Standbein lockert und entlastet.

Vor einigen Tagen näherte sich vom oberen Fensterrand her eine Spinne einer anderen Art, die ich noch nicht identifiziert habe, aber sie war auch nicht klein und sah sehr interressant aus. Sobald sie die Befestigungsfäden des Netzes betrat, begann die Kreuzspinne im Zentrum, ihr Netzt heftig zu schütteln, ähnlich wie die Zitterspinnen das tun, nur nicht im Kreis sondern auf und ab.

Die andere Spinne trat sofort den Rückzug an und ich zeigte ihr dann die prächtigen Jagdgründe in unserer Garage...

Ich fühle mich ein bisschen verbündet mit der Kreuzspinne und nachdem sie in den letzten Tagen sehr fette Beute gemacht hat, scheint sie tatsächlich runder geworden zu sein.

Eine gute Methode, das Wetter vorherzusagen, wäre übrigens, jeden Abend das Netz zu zerstören. Je größer es am andern Morgen ist, desto schöner das Wetter des beginnenden Tages. Das habe ich aber noch nie übers Herz gebracht und werde bei "meiner" Kreuzspinne nicht damit anfangen.

Letzte Nacht nun hat sie offenbar das große Netz, das schon mehrer Tage alt war und auch schon etwas mitgenommen aussah, selbst zerstört und wahrscheinlich aufgefressen. Nun sitzt sie in den Trockenrosen und ich bin wirklich gespannt, was als nächstes passiert.

Mittwoch, August 22, 2007

Anleitung zum Unglücklichsein

Ein Mann will ein Bild aufhängen. Den Nagel hat er, nicht aber den Hammer. Der Nachbar hat einen. Also beschließt unser Mann, hinüberzugehen und ihn auszuborgen. Doch da kommt ihm ein Zweifel: Was, wenn der Nachbar mir den Hammer nicht leihen will? Gestern schon grüßte er mich nur so flüchtig. Vielleicht war er in Eile. Aber vielleicht war die Eile nur vorgeschützt, und er hat etwas gegen mich. Und was? Ich habe ihm nichts angetan; der bildet sich da etwas ein. Wenn jemand von mir ein Werkzeug borgen wollte, ich gäbe es ihm sofort. Und warum er nicht? Wie kann man einem Mitmenschen einen so einfachen Gefallen abschlagen? Leute wie dieser Kerl vergiften einem das Leben. Und dann bildet er sich noch ein, ich sei auf ihn angewiesen. Bloß weil er einen Hammer hat. Jetzt reicht's mir wirklich. – Und so stürmt er hinüber, läutet, der Nachbar öffnet, doch bevor er "Guten Tag" sagen kann, schreit ihn unser Mann an: "Behalten Sie sich Ihren Hammer, Sie Rüpel!"

Paul Watzlawick


Ingrid Jahn erwähnte diese Geschichte vor einiger Zeit in ihrem Blog. Das hat mich beschäftigt, weil sich in meinem Kopf häufig auch eine Wut befindet, ein ganzer Streit Platz nimmt, sich aufbläst - und am Ende ist immer alles ganz anders oder läuft sonstwie völlig verquer.

Ach. "Ich dachte, dass du dachtest, dass ich gedacht hätte."

Morgen ist Donnerstag und ich muss weiterhin funktionieren.

Wie immer.

Sonntag, August 19, 2007

Hühner!

Schon lange wollte ich eigene Hühner haben. Weil einfach die Eier besser schmecken, auf lange Sicht billiger sind und weil diese Tiere mich an ein paar glückliche Kinderjahre erinnern. Wirklich, ich sehe und höre Hühner sehr gern. All' die verschiedenen Geräusche, die sie machen, ihr oft interessantes Verhalten.

Leider bot sich die Möglichkeit nicht. Unser Garten ist zu klein und unsere Nachbarn, bei denen ich einfach ein paar Legehennen dazutun wollte, haben ihre Tiere sehr plötzlich abgeschafft.

Meine Freundin M., der heute der Bauernhof, auf dem sie aufgewachsen ist, gehört, sträubte sich eine Weile, weil der Hühnerstall samt Auslauf, in dem sie ihr Geflügel hält, ihrem Bruder gehört. Und der Mann war nicht zu fassen, so dass sich mein Plan, ihn um Genehmigung zu fragen, immer wieder verschob.

Letzten Donnerstag habe ich ihn dann erwischt und spontan gefragt. Nach einigem hin- und herverhandeln :) sagte er : "Ja!" und am nächsten Morgen suchte ich den örtlichen Geflügelhändler auf.

Vier Legehennen wollte ich haben, Grünleger, weil M. braune und weiße Eier hatte und die Hennen ihres Bruders K. hellbraune Eier legen. Der Geflügelhändler riet mir ab, einmal hatte er gar keine Grünleger :) und dann sind die wohl auch von der Legeleistung nicht so toll.

Kompliziert! Telefonat mit M., kurzentschlossenes Resultat: Ich kaufte sechs weiße Leghorn von 22 Wochen, also quasi im Legebeginn und kriegte im Tausch - mit Auszahlung der Differenz natürlich - vier braune Hybriden von einem Jahr, die in etwa noch zwei bis drei Jahre Eier legen werden.

Am Hühnerstall angekommen, habe ich dann das volle Programm mitgemacht: den jungen Hennen jeweils einen Flügel gestutzt, damit sie nicht über'n Zaun des großzügigen Auslaufs flattern können, einer kleinen schwarzen Legehenne den Garaus gemacht, weil sie humpelte und japste und dann M. noch überredet, eine ihrer Poularden auf den Speiseplan zu setzen, weil sie auf dem Bauch mit dem Schnabel im Sand lag.

Also noch ein Kopf ab. Beim Ausnehmen sahen wir dann, dass sie jede Menge Wasser in der Lunge hatte. Ich bin jetzt nicht wirklich blutrünstig und scharf auf's Hühner köpfen. Aber ich denke, wir nutzen Tiere, genaugenommen nutzen wir sie aus. Und deshalb sollen sie's in ihrem zweckgerichteten Leben so gut haben, wie's eben geht und sie sollen auf keinen Fall unnötig leiden.

Hm. Die Leghorns haben jetzt sachte mit dem Eierlegen angefangen, von meinen Braunen haben wir auch schon vier Eier verspeist - jeder Teig wird viel gelber damit! - und ich bin einfach nur glücklich mit dieser Lösung.

Ende nächster Woche ist für die Poularden Schicht - dann ist noch mehr Platz im Auslauf. Und weniger Dreck.

Freitag, August 17, 2007

Holla, Holder, Holler...Holunder!!!

Allseits wird in Ernte geschwelgt, der Holunder ist jetzt auch im Süden reif. Fünfeinhalb Liter hat meine Holunderin mir geschenkt, und die hüte ich wie einen Schatz! Denn da steckt eine ungeheuerliche Kraft drin, die lasse ich nur aus der Flasche, wenn ich sie dringend brauche.

Einige Jahre habe ich mit einem alten Alu-Dampfentsafter gearbeitet, den ich mir jedes mal von einer älteren Bäuerin geliehen habe, in unserem Haushalt gab es keinen mehr, obwohl noch manches alte Schätzchen meiner Schwiegermutter und ihrer Mutter sich in meinem Gebrauch befindet...

Aber das Aludings war dann eines Tages korrodiert und der Saft lief ins Kochwasser, statt vorn zum Schlauch hinaus. Also habe ich letztes Jahr eine Investition getätigt und mir einen flatschneuen emaillierten gekauft. Die Frau vom Haushaltswarenladen meines Vertrauens - ich bin immer dafür, den Einzelhandel vor Ort zu fördern :) - war ganz begeistert, dass sowas noch gekauft wird und wollte mir einen Elektrischen ans Herz legen.

Klar, den könnte man dann auch draußen betreiben und der Herd wäre nicht stundenlang blockiert. Aber ich befand, dass unser Ordner mit Gebrauchsanweisungen und Garantien zu Hause voll genug sei und "Je mehr Technik, desto mehr kann kaputt gehen!", also kaufte ich den einfachen, mit Verlaub, der wahr teuer genug, ist aber SEHR gut.

Außerdem braucht es ohnehin einen ganzen Tag, da muss dann eh' vieles andere warten.

Und als ich am Abend die letzte Flasche zu machte, konnte ich mit Fug und Recht von mir sagen: "Also, die Holunderin, die hat mich heut' geschafft!" Eine körperliche Arbeit, die wirklich Freude macht, eine Abwechslung im Hausfraueneinerlei, und sehr befriedigend.

Dienstag, August 14, 2007

HmmmMMMmmmm.....

Letzte Woche Mittwoch, mein Liebster kommt in die Küche und spricht:"Hast du Freitag vormittag schon was vor?" Sicherheitshalber sehe ich in meinen Kalender, bevor ich antworte:"Nein, keine Verpflichtungen!" "Okay, dann guck' ich mal, ob ich am Freitag frei nehmen kann!" Mit diesen Worten kehrt er ins Wohnzimmer zurück und ich folge ihm einigermaßen erstaunt, sowas hat er noch nie gemacht, das ist kinderfreie Zeit für uns und zwar SEHR spontan.

"Hast du 'was Bestimmtes vor oder kann ich Vorschläge machen?" frage ich also. Sauna wird zu meiner Überraschung abgelehnt, frühstücken gehen akzeptiert. Aha.

Am Freitag bring' ich also die Kinder zum Schulbus, kauf' noch schnell ein paar Sachen ein, am Nachmittag wird in der Schule gegrillt und ich habe zugesagt, Salat zu machen. Wieder zurück, genieße ich die Stille im Haus und schleich' mich zurück ins Schlafzimmer, wo mein noch schlafwarmer Mann gerade die Augen ein bisschen aufmacht.... :) :) :)

Anschließend habe ich Hunger, aber der Holde kocht erst mal Kaffee!? Auf nüchternen Magen? Okay, eine Banane tut's für's erste, aber:

"Wollten wir nicht frühstücken gehen???"
"Ja, später. Erst mal gehen wir schwimmen!"
"Aha," äußere ich verblüfft, "wo denn?"
"Na, in S. natürlich!" sagt er, als sei das sonnenklar "Danach frühstücken wir dann bei D."

Überraschung, Freude... Himmel, wie lange sind wir da nicht mehr gewesen? Das kann zwölf Jahre her sein... das ist ein ganz winzig kleiner See auf Privatgrund, zugänglich für die Öffentlichkeit, aber ein absoluter Geheimtipp. Völlig versteckt im Wald, von keiner Seite richtig einzusehen und auch nicht gleich um die Ecke... in einer Gegend, wo sich Hase und Igel gute Nacht sagen...

Damals haben wir noch nicht mal zusammen gewohnt, uns manchmal im Morgengrauen dort getroffen, wenn er von der Nachtschicht kam. Ohne Badehose und Bikini natürlich...

Wir sind bestens gerüstet - Ersatzkleidung bleibt im Auto, der Autoschlüssel wird mit ins Wasser gehen, am Ufer sollen nur Decke, Handtücher "schnelle" Anziehsachen liegenbleiben. Eine Vorsichtsmaßnahme, die sich als äußerst sinnvoll erweisen wird...

Wir parken am Waldrand und folgen dem winzigen, verschlungenen Trampelpfad zum Ufer. Auf halbem Weg klingt der heisere Ruf einer Blässralle wie ein Versprechen. Von der einzigen, seichten Einstiegstelle her liegt der See vor mir und sieht genauso aus wie bei meiner ersten Begegnung mit ihm. Nichts hat sich verändert. Gar nichts.

Vor Rührung werden meine Augen feucht und ich muß schlucken.

Angesichts des verhangenen Himmels packen wir unsere Kleidung sorgfältig in eine Plastiktüte, breiten die Decke über die Handtücher und der See empfängt uns mit milder Temperatur, das Wasser wie Samt und Seide...

Das kann nur das Paradies sein!

Wir schwimmen gemächlich, ich lasse mich treiben, tauche immer wieder... der See ist klein, aber tiiieef. Das andere Ufer ist zu steil, um sich dort aufzuhalten und wir erinnern uns lachend an die Episode mit den beiden Weimaranern, die, von ihren Besitzern ins Wasser gelassen, zielstrebig auf mich zuschwammen, weil ihr Jagdinstinkt sie wohl glauben ließ, mein Kopf sei ein Wasservogel... die waren vielleicht schnell!! Die Leute am Ufer waren selbst sehr überrascht und riefen:"Tauchen!", was mir keiner zweimal sagen musste damals.

Einmal habe ich dort auch einen Hecht in Ufernähe still stehen sehen... aber an diesem Freitag sehen wir nur die üblichen Wasservögel und ein paar weiße Gänse, wo auch immer die her kommen.

Andere Zweibeiner haben dafür in unserer Abwesenheit Schindluder getrieben: "Hast DU deine Sachen so durcheinander hier hingeschmissen?" fragt mein Mann mich zweifelnd, als er zwischendurch ans Ufer geht, "Nein!" protestiere ich, "ich hab' alles eingepackt und sorgfältig zugemacht!" "Tja, dann hatten wir wohl Besuch!" sagt er und verschwindet flux zum Auto, trotz Wegfahrsperre, wer weiß.

Aber es ist alles in Ordnung, und so müssen wir doch lachen, obwohl diese Gauner - wohl aus Frust! - meinen Slip abseits ins Gestrüpp gepfeffert haben.

Danach bleiben wir noch ein bisschen im Wasser und es ist alles wunderbar. Als sollte es so sein.

Montag, August 13, 2007

Hausfrau sein...

So, nun hat mich allmählich der Alltag wieder. Termine bis dorthinaus, jeder Tag hat sein eigenes Programm. Und: Ruhe im Haus. Sechs Stunden, die ich mir einteilen kann, wie ich will. Oder besser gesagt, wie die Spülmaschine, die Kleiderschränke und der Staubsauger wollen.

Hausfrau sein... okay, der Kram muss gemacht werden. Und es macht mir Freude, wenn alles reibungslos läuft, ich mal Erfolge verbuchen kann. Aber manche Sachen gehen mir einfach gnadenlos auf den Geist. Manchmal zieht mich DER Job ganz schön runter. Dann sitze ich vor einem Korb gefalteter Wäsche, starre vor mich hin und habe weder die körperliche noch die geistige Kraft, das Zeug nach oben zu bringen und in die Schränke zu räumen... uääh. Das ist zwar keine wäschespezifische Verstimmung - das kann sich auch darin äußern, das die Küche tagelang aussieht wie Hulle - aber depressiv ist es allemal. Manchmal.

Und Mutter sein? Ja, ich liebe meine Kinder. Ich will nicht, dass sie zu kurz kommen. Oft habe ich das Gefühl, nicht liebevoll genug zu sein. Das eigentlich anstrengende an ihnen ist, dass frau zu jeder Zeit genau wissen muss, was sie sagt und was sie will. Unentschlossenheit und Inkonsequenz rächen sich furchtbar. Das Setzen klarer Grenzen - um sich selbst nicht aufzulösen in all' dem - ist das Salz in der Suppe.

Wenn ich mich in Mitmütterkreisen so umsehe, hat jede irgendwas für sich gefunden. Die eine ist aktiv in der Kirchengemeinde, die andere macht sich im eigenen Haus selbstständig als Kosmetikerin, die nächste schafft sich zwei sehr große Hunde an...

Und ich?? Hm. Eins ist mir klar geworden: angestellt sein ist schwierig mit einem Fünf-Personen-Haushalt im Nacken. Urlaub abstimmen zu müssen, empfinde ich als eine unverhältnissmäßige Einschränkung meiner Freiheit. Da müsste der Job schon richtig dicke Kohle bringen. Die dem Unternehmen Familie entzogene Arbeitszeit muss sich rentieren, ganz zu schweigen von der ganzen Umorganisation, die notwendig wird, wenn ICH "aushäusig" berufstätig wäre.

Mal eben so zwanzig Wochenstunden weniger für Haushalt und Familie, das steckt frau nicht so locker weg.

Okay, es ist schon Luxus, wenn einem keiner reinredet, wann man wo zu sein hat. Das ist der Vorzug des "Nicht-berufstätig-seins", die große Flexibilität. Andererseits braucht's schon etwas mehr als ein "Jodeldiplom", um sich wieder "runder" zu fühlen.

"Meins" möchte ich sagen können und es darf ruhig was einbringen, pekuniär. Da bin ich wohl zu sehr Vaters Tocher :)

Mittwoch, August 08, 2007

Sentimentalitäten und Versackungen...

War grad' bei Sam und hab' prompt den Link zu "Go Ear" verfolgt, woraufhin ich eine sentimentale Rumsucherei begann... das ist ja das Problem, dass man so leicht hängenbleibt, im Internet. So viele Dinge, die man immer schon mal wissen wollte, lesen möchte, so wohlig das Suchen und Finden in den Blogs.

Und so grauenhaft das "nich' inne Pötte kommen", das Anhäufen von Unerledigtem. Nein, daran ist nicht nur der Rechner schuld.

Ich MÜSSTE so viele Dinge tun und kann mich doch nicht aufraffen.

Gestern ist meine Jüngste eingeschult worden und ich habe es so eingerichtet, dass alle drei Kinder von acht bis zwei in der Schule sind. Weil das meinen Alltag erleichtert.

Und nun hänge ich hier 'rum und höre sowas.

Neee, ich geh' jetzt Holunder ernten und zu Saft verarbeiten. Wird höchste Zeit! Und Sam schläft bestimmt noch... :)