Sonntag, April 29, 2007

"Du findest es nicht, wenn du danach suchst!"

Donnerstag war ich rudern, zum ersten Mal in meinem Leben. Zwanzig Leute in einem Boot, Amateure wie ich, die irgendwie versuchen, in Gleichklang zu kommen. Rhyt-mus, Rhyt-mus. Hinterher ein intensives Gespräch mit dem Einpeitscher, weil's nicht so funktioniert, wie ich will. Ausprobieren, vormachen, nachmachen. Hmmm.

"Du willst alles auf einmal richtig machen, das klappt nicht!"

Alles auf einmal. Das MUSS doch jetzt klappen. Zähne zusammenbeißen, Atem festhalten, kniiirsch. Geht nicht, geht nicht!

Joo. Das trifft's mal wieder. Irgendwo auf der Strecke der letzten Jahre ist mir die innere Ruhe abhanden gekommen, die Dinge der Reihe nach anzugehen und nicht bei jeder angefangenen Sache gleich wieder voller Panik an die nächsten 20 Wegpunkte zu denken, voller Angst, das nicht zu schaffen.

Und lieber mit gar nichts anzufangen als mit dem Falschen ist mir zur Natur geworden. Stagnation, Lähmung. Chaos.

Es lässt sich nichts herbeizwingen. Es bringt mir nichts, macht alles schwieriger, wenn ich mich an einer Sache festbeiße, weil ich glaube, das müsste jetzt unbedingt voll nach meiner Vorstellung laufen. Dabei verliere ich das Ganze aus dem Blick und damit das Vertrauen ins Leben.

Locker werden, geschmeidig bleiben, und, es ist zum Heulen, denn da taucht immer dasselbe Wort auf:

Loslassen!

Donnerstag, April 26, 2007

Hääää?

Heute früh im Kindergarten. Beim Betreten des Gruppenraums fällt mir und meiner Tochter ein Mädchen auf, das deutlich zu groß für die Möglierung ist und wir wenden uns an die Erzieherin.

Ich:"Oh, haben wir Besuch?"
Erzieherin:"Ja, heute ist doch Girl's Day!"
Ich, mich ans besagte Mädchen wendend:"Ah so! Aber geht's da nicht um Berufe, die NICHT typisch sind für Mädchen??"

Ihr stummes, verlegenes Schulterzucken macht mich auch nicht schlauer... ob sie sprechen kann?

Dienstag, April 24, 2007

Bauch!

"Du siehst aus wie eine schwangere Jungfrau!" beliebte meine Mutter zu scherzen, als ich noch in der Grundschule war. Später regte sie sich dann am Strand alljährlich darüber auf, dass ich mich nie im Bikini zeigte und meinen Bauch wo es nur ging in weiten T-Shirts verbarg. Gleichzeitig stichelte sie permanent an meiner Form herum.

Mein Vater schwieg dazu. Sein Bauch ist ungeheuerlich und der Rest von ihm eigentlich schlank. Ist das erblich? Ist es im Kopf oder im Organismus? Solche Fragen beschäftigen mich.

Mit Anfang zwanzig wog ich 57 kg bei 1,78 m Körperhöhe und hatte einen Schmerbauch. Zumindest habe ich das so empfunden. Ich mochte das nicht. Hatte nie wirklich ein Körpergefühl, als würde meine Seele ihn nicht ganz ausfüllen, den Körper.

In meinem 27. Lebensjahr wurde ich dann zum ersten Mal schwanger und plötzlich konnte der Bauch gar nicht groß genug sein. Meine Mutter gab damit an.

Und ich fand meinen Körper in einem Kurs für Schwangerschaftsgymnastik. Plötzlich war der Körper etwas nicht nur widerwillig akzeptiertes, sondern jemand, mit dem man kommunizieren konnte.

Die Geburt unseres ersten Sohnes wurde dennoch ein Unfall. Der Bezug zu meinem Bauch fehlte, würde ich heute mal sagen. Ich wollte nicht loslassen, es kam zum Kaiserschnitt nach vergeblichen Presswehen, mein Kind wurde regelrecht zurück in den Bauch geschoben und dann aus mir herausgeschnitten.

Tagelang fühlte ich mich wie vom Bus überfahren, hatte Angst, mit meinem Kind allein zu sein und der Bauch war sozusagen eine No-go-Area. Ausgeblendet. Und mein Sohn hasste die Welt!

Ich hatte keine Versagensgefühle, aber etwas war falsch gelaufen und das nagte an mir, auch ohne, dass ich mich schuldig fühlte.

Etwas mit meinem Körper war unaufhaltsam in Gang gekommen. Ich begann, ihn zu begreifen, ihn kennenzulernen. Die beiden anderen Geburten ersparten mir den stationären Aufenthalt im Krankenhaus, mein Körper und ich, wir wurden eine Einheit und brachten die Kinder gemeinsam auf die Welt.

Die Kaiserschnittnarbe freilich, die ist ein eigenes Kapitel. Ich hadere bis heute damit. Kosmetisch okay, liegt das Problem eher in den Schichten darunter. Es ist einfach alles zusammengewachsen, alles miteinander, statt jedes für sich. Und der Bauch wallt darüber. Als sei da eine Barierre. Seit der zweiten und dritten Schwangerschaft habe ich gelegentlich Ischiasbeschwerden, die besser werden, wenn ich mich bewege. Eine Osteopathin hat mir erklärt, dass die Schmerzen durchaus von der Narbenspannung herrühren können, weil ja alles zusammengewachsen ist und aneinander zieht.

Gelegentlich werde ich gefragt, ob ich wieder schwanger bin. Ich trage BH's, damit mein Bauch nicht weiter aus meiner Silouette ragt als meine Brüste. Nach der letzten Geburt war der Bauch schon mal flacher als er jetzt ist.

Doch, ich treibe Sport. Gerne auch. Mein Körper freut sich, wenn er sich spürt. Schließlich ist er ein Säugetier, das bewegt werden will. Und braucht dann auch weniger Schokoladentrost.

Mein Körper ist nicht mehr mein Feind - wie damals beim Schulsport - aber mein Bauch ist noch nicht mein Freund.

So! Nachdem ich heute früh bei Artemis gelesen habe, musste ich mich mal ausschütten.

P.S.: Den Rest von meiner physischen Erscheinung mag ich sehr!

Montag, April 23, 2007

Universum und Vorgarten...

Nun hat mich Sam darauf gebracht, doch mal genau hinzusehen, was so alles "von selbst" wächst ums Haus herum, was da so angeflogen kommt und was mir das sagen könnte über mich und meine Familie.

Da ist mir der Löwenzahn aufgefallen. In meinem Vorgarten hat's eine Stelle, da stapelt er sich regelrecht. Und dann ging ich Informationen sammeln. Mei Liaba! Der hat's aber in sich. Ich glaube, der ist für mich! (Und mit der Milch könnt' ich die Warzen am Fuß meines mittleren Kindes heilen...)

Sollte der "Kettepösch" (ein uraltes, vergessenes Wort aus meiner Kinderzeit, das durch meine Suche heute wieder in mein Bewusst-Sein gespült wurde!) also meinetwegen hier wachsen, dann bin ich Teil eines großen Ganzen. Wie die Natur funktioniert, dass was der Mensch so gern technisch als "Ökosystem"bezeichnet und das er in Wahrheit gar nicht überschauen, allenfalls in -freilich imposanten- Bruchstücken erfassen kann, dämmerte mir ja auch nur so annähernd.

Aber alles "Greifbare" hat seine Entsprechung im "Nicht-Greifbaren". Und damit ist alles Eins.

Wie wunderbar!

Sonntag, April 22, 2007

Scherzkeks!

Szene gestern im Auto, auf der Heimfahrt nach Einkauf im Motorradladen.

Ich:"Möchtest du auch ein Fisherman?"
Er: zustimmender Laut.
Ich, ihm das Bonbon in den Mund schiebend:"Glaubst du, du hast das verdient?"
Er:"Nee, aber bezahlt!"
Ich: in gespielter Empörung nach Luft schnappend
Er:"...oder ist das vom Kindergeld?"

Donnerstag, April 19, 2007

Pflanzen


Ganz offensichtlich kann ich mit Pflanzen bisher nicht so gut wie mit Steinen. Fragt sich, ob der Weg über Bücher führt. Ich werd's mal versuchen. Aber in jedem Fall alle übrigen Sinne ebenfalls dafür öffnen.

Meine Kinder sind da unbefangener. "Mama, stell' dir mal vor: wenn ich dieses Blatt auf mein Bein lege, tut die Schramme gar nicht mehr weh!". Sie entdecken ständig irgendein Zauberkraut.

Alles könnte soviel einfacher sein, wenn da nicht immer der Kopf im Weg wäre. "Das kann doch nicht sein, dass das, was ich brauche, was mich heilt, mir guttut, mich womöglich ernährt, so ganz kostenlos vor mir im Staub am Straßenrand wächst. Und iiih, da hat doch bestimmt ein Hund draufgepisst, und erst die Wurmeier, die doch jetzt überall... nachher ist das Zeug womöglich giftig?"

Nein, es muss was kosten und steril verpackt sein, der Arzt oder Apotheker muss es durch seine Empfehlung geadelt haben. Oder die Kosmetikerin... :)
(Gesichtskosmetik ist ein teurer Spaß und deshalb um so glaubhafter, habe ich jetzt selbstkritisch festgestellt. Geschminkt habe ich mich freilich nie. Aber eine in edler Verpackung daherkommende Feuchtigkeitscreme sowie diverse Reinigungsflüssigkeiten glaubte ich mir schon schuldig zu sein. Nu, da meine Pickel nicht weniger geworden sind, nachdem mir die Hormonspirale gezogen wurde, verzichte ich mal probehalber auf diesen zeitaufwändigen Reinigungs- und Pflegeprozess und siehe - es glättet sich. Trotzdem mein Spiegelschrank mager bestückt ist, hat mir Sam's Post zum Thema "Badezimmerkastl" zu denken gegeben. Aus irgendeinem kühlen Grund hakt's grad', wenn's wieder geht, leg' ich den Link!)

Die erste Erleuchtung brachte mir vor Jahren die große alte Holunderin hinter dem Haus; seither fühle ich mich verbündet mit ihr. Von der Apothekerin hatte ich mich zu Schlehensaft überzeugen lassen, weil ich mich dünnhäutig und angreifbar fühlte im herannahenden Winter (frau bedenke: die Schlehe ist ein harter, wehrhafter Strauch!) und von da war der Weg zum Holunder im eigenen Garten nicht mehr weit. Holunder lässt sich nicht wirklich ausrotten...
Wo ich jetzt so darüber nachdenke, fällt mir auf, dass ich mit Sträuchern und Bäumen eigentlich auch ganz gut kann. Anscheinend läuft vieles in tieferen Bewusstseinsschichten ab. Da muss ich wohl mal abtauchen :) vielleicht findet sich ja doch eine Standleitung zum Kraut, zu dem, was nicht auf Augenhöhe oder darüber wächst.
Wer weiß.


Mittwoch, April 18, 2007

Menschen und andere Säugetiere...

Das seltsame sexuelle Gebaren in gleichgeschlechtlichen Zwangsgemeinschaften von Nutztieren hat mich schon als Teenie gewundert.

Ab der Geschlechtsreife hat mein Opa die männlichen Kaninchen herausgesucht und zusammen in einen Stall getan, ab einem gewissen Alter unter freiem Himmel. Nun, eine KaninchenHERDE ist ja so schon keine natürliche Konstellation und wenn sie dazu noch nur aus jungen Rammlern besteht, schon gar nicht.

Jetzt leuchtete mir damals schon ein, dass so ein Männchen dann irgendwann mal "aufspringt", aus seinem natürlichen Sexualtrieb heraus. Nur, wie kommt der Besprungene dazu, sich - wenn auch nur kurz - wie ein Weibchen zu verhalten?

Zur Zeit beobachte ich solches auch bei meinen direkten Nachbarinnen, den Milchkühen. Da ist also eine weibliche Kuh willig, besprungen zu werden und eine ihrer Freundinnen tut ihr den Gefallen. So gut sie kann.

Und diese Tiere sind ja nun noch viel weiter von ihrer Natur entfernt als die Schlachtkaninchen meines Opas: der hat nämlich seinen Häsinnen durchaus auf konservativem Weg befruchten lassen, während die Kühe hier noch nie einen Stier gesehen haben.

Regelmäßig ist der Besamer auf dem Hof, weil ja nun mal jede von diesen 28 Milchkühen einmal im Jahr ein Kälbchen haben muss (das ihr sofort nach der Geburt weggenommen wird, aber das ist ein anderes Kapitel!), damit die Milchleistung konstant bleibt.

Hm, jetzt habe ich weit ausgeholt, aber ich war immer der Meinung, dass die widernatürliche Lebensweise dieser Geschöpfe keine hinreichende Erklärung dafür ist, dass Männchen sich wie Weibchen verhalten und umgekehrt.

Und gestern, als ich eine Kuh sah, deren Hinterteil obenauf schon wund war von den vielen fruchtlosen Aufspringversuchen ihrer Kollegin kam mir der Gedanke, dass es schlicht um Gespür geht.

Ein Verhaltensforscher würde jetzt wahrscheinlich eine Versuchsreihe starten, um den einzelnen Aspekten auf die Spur zu kommen und sie zu BEWEISEN. Irgendein FUNKTIONIEREN daraus zu machen.

Ich drücke das lieber volkstümlich aus: Das eine Tier fühlt beim andern das Bedürfnis so stark, dass es nicht nur helfen will, sondern auch weiß, welche Handlung in die richtige Richtung geht.

Ist das nun Verzweiflung oder Barmherzigkeit?

Das bringt mich jetzt auf die menschliche Redensart:"Dazu gehören Zwei!" Einer, der ein Bedürfnis hat und einer, der es erfüllt. Es lässt sich auf beliebige menschliche Interaktionen übertragen. Positive und negative Bedürfnisse. Und hängt auch immer davon ab, wie stark die Intentionen beider Parteien sind.

Und wie gut das Gespür füreinander ist...

Dienstag, April 17, 2007

Kommunikation

Mir wird gerade klar, dass ich's unheimlich gut mit Steinen kann. Ich nehme einen vom Boden auf und weiß, was er will. Ich leg' mir einen in die Küche auf Kopfhöhe auf den Schrank neben dem Spülbecken und lass' ihn erzählen, warte einfach ab, was da so kommt.

Einmal war ich auf einem Feldweg mit dem Fahrrad unterwegs, an einem umgepflügten Acker blieb mein Auge an einigen hochgekommenen Flintsteinen hängen, die Sorte, die vor Jahrmillionen oder Jahrtausenden oder was auch immer in irgendeiner Brandung geduldig rundgerollt wurde. Einer sprang mir in den Blick und ich fühlte Entsetzen. Es war irgendwas Widerliches, was da rüberkam und ich wollte es gar nicht wissen.

Nach einem furchtbaren Streit mit meinem Mann bin ich vor ein oder zwei Jahren mal weinend aus dem Haus gerannt, durch den Regen, zwischen die Maisfelder. Da war ein Schlagloch mit allerlei Geröll aufgefüllt und es kam ein Stein an, auch ein rundgerollter Flint :) in Form eines Herzens und voller Flecken, die wie Wunden aussehen.

Das ist, was mir so spontan einfällt an bemerkenswerten Steinen. Aber da läuft ständig irgendwas. Und sie sind überall, im und um das Haus.

Ich habe einige Halbedelsteine, die ich mir manchmal mit ganz bestimmten Absichten in die Hosentasche stecke und dann den ganzen Tag mit mir herumtrage, aber was mir draußen so vor die Augen kommt an Steinen beeindruckt mich viel mehr.

Steine hab' ich schon immer gesucht und gesammelt, besonders intensiv am Meer. Mir ist aufgefallen, dass das wohl alle Kinder tun, genau, wie sie eine Zeit lang jeden Stock mitnehmen müssen. Irgendein archaischer Trieb? Wer weiß.

Jedenfalls ist das sehr ergiebig mit den Steinen, keine Ahnung, wie ich das erklären soll, es fühlt sich einfach nur unheimlich gut an. Vielleicht ist es auch Projektion aus dem Unterbewusstsein, dessen Reflexion ins Bewusstsein dringt, aber ist das nicht egal?

Ich find's klasse...

Aber diesen hier, den habe ich ungefähr im Alter von dreizehn Jahren (da scheint einiges passiert zu sein in diesem Lebensjahr, z.B. meine erste Periode...) an der Ostsee gefunden und sein Rätsel bis heute nicht gelöst. Ich glaube, es ist Sandstein, bin mir aber nicht ganz sicher, ob es nicht doch "was Gebranntes" ist?!

Ab und an macht er sich bemerkbar, so wie heute...

Montag, April 16, 2007

Feuer


Wasser

hat schon immer einen besonderen Platz in meinem Leben. Zunächst mal als Element, in dem man untertauchen kann und das war als Kind elementar wichtig.

Denn da war der einzige Ort, an dem ich wirklich hundertprozentig sicher war vor den Worten meiner permanent auf mich einredenden Mutter. So konnte ich auch erst wunderbar tauchen, bevor ich richtig schwimmen gelernt habe.

Und wenn irgendwo ein Gewässer ist, zieht's mich an wie ein Magnet. Ich muss wissen, was darin ist. Wie es funktioniert. Was da gedeiht. Wie es sich anfühlt.

Dann aber auch als Getränk. Im Kindergarten habe ich gelernt, kein Kranwasser trinken zu dürfen, das gäbe "Tiere im Bauch". Das habe ich mir damals sehr plastisch vorgestellt, all' die Pferde, Giraffen, Hunde, Elefanten und Katzen, die sich da in mir tummeln... vermutlich war das noch ein Nachkriegsleiden der Generation der Kindergärtnerinnen, die zerbombten Leitungen, die Wasserversorgung, die erst mal wieder hergestellt werden musste und in der Nachkriegszeit war das Leitungswasser wahrscheinlich wirklich nicht so gesund.

So habe ich mir Sprudelwasser angewöhnt und da ich immer sehr durstig bin, kamen einige Kästen im Monat zusammen. Irgendwie lästig. Bis mich dann der Spruch umwehte: "Mineralwasser stammt auch oft nur aus der Leitung. Es wird auf 14 Schadstoffe untersucht und Leitungswasser auf 50!" So habe ich mir damals einen Sprudler schenken lassen, zum Geburtstag, vor zehn Jahren oder so.

Und war begeistert: Endlich keine Kästen mehr schleppen. Über Kohlensäure dachte ich gar nicht nach und in meiner Begeisterung wollte ich alle Leute dahin bekehren.

Da ich täglich bis zu vier(!) Liter getrunken habe, lohnte sich das jedenfalls für mich schon und ich sagte mir, es sei ja auch umweltfreundlicher, wenn nun weniger Flaschen durch die Gegend gekarrt würden.

Bis ich einen Mann kennenlernte, der keinen Alkohl trinkt, Vegetarier ist, Koffein und Kohlensäure verweigert. Das war ganz schön knifflig, ihn als Gast bei der Grillfeier zu unserem Richtfest dabei zu haben :)

Eigentlich dachte ich, nun, man kann doch nicht vor ALLEM Angst haben, sich um ALLES Sorgen machen, was so auf einen eindringt. Aber das mit der Kohlensäure beschäftigte mich dann doch.

Einfach nur so habe ich dann mal einige Monate GANZ auf Kohlensäure verzichtet. Vor allem, weil ich erfuhr, dass es vielen Getränken nur zu Konservierungszwecken zugesetzt wird. Und siehe, mein Geschmackssinn änderte sich radikal.

Wenn man bedenkt, welche Mengen von dem Zeug ich in all' den Jahren zuvor zu mir genommen habe, täglich, dann war eigentlich klar, dass der volle Entzug irgendwas bewirken musste.

Seither trinke ich nur noch "Kraneburger" als Durstlöscher. Und ab und an ein Bier, weil's so schön zischt. :) Aber Limo zum Beispiel schmeckt mir jetzt total salzig...

Auch die Kinder gehn' mittlerweile mal schnell an den Wasserhahn...

Sonntag, April 15, 2007

Nicht zu fassen...

...sind offenbar bestimmte Gattungen gestörter Menschen.

Diese Erfahrung machte ich, als ich am Donnerstag mit einer Freundin und meinen sowie ihren Kindern mal in ein etwas entfernteres als die uns bekannten Schwimmbäder fuhr.

Dort machten wir, als wir uns zufällig ohne unsere Kinder in einem kleineren Außenbecken aufhielten, eine Beobachtung, die uns nicht neu war: ein Spanner trieb sein Unwesen. Besonders empörend: es waren fast nur kleine Mädchen im Becken.

Er bespannte sie so offensichtlich mit seiner Schwimmbrille unter Wasser, dass mich nur wundert, dass es anscheinend niemand anderem auffiel. So wandte ich meine alterprobte Methode an: Über Wasser völlig ungerührt, hielt ich ihm unter Wasser den Mittelfinger hin.

Entweder er hatte es nicht gesehen oder er war besonders kaltblütig. Normalerweise verpissen sich diese Typen nämlich, wenn sie merken, sie sind erkannt.

Da habe ich mir dann meine eigene Schwimmbrille geholt und ihn nun meinerseits unter Wasser beobachtet. Ich war so wütend! Den Kopf über Wasser stellte er sich nach einiger Zeit in Positur und fasste sich demonstrativ ans Gehänge.

Was hat der sich bloß eingebildet?? Als er dann abtauchte, um mit mir Blickkontakt aufzunehmen, habe ich noch einmal deutlich MIT BEIDEN HÄNDEN gestisch meinMissfallen demonstriert.

Schwupp, weg war er!

Ääbäh!

Nun hat meine Freundin früher selbst als Schwimmmeisterin gearbeitet und gemeint, als Aufsicht habe man keine Handhabe gegen solche Typen. Wirklich nicht?

Na ja, wie die Begebenheit zeigt, habe ich als Badegast diese sehr wohl.

Und da der Kerl dann echt verschwunden war, habe ich auch dem Schwimmbadpersonal nix gesagt. Okay, ich könnt' vielleicht 'ne e-mail schicken...

Geekelt habe ich mich aber noch ein paar Stunden...

Freitag, April 13, 2007

Wissen ist Macht!?

Neee, nich' immer. Spontan fällt mir dazu zum Beispiel das Internet ein. Ich weiß, dass ich mich ausliefere, wenn ich mich darin bewege. Da tröstet mich auch die Tatsache, dass es eine Waffe sein kann in meiner Hand nicht wirklich. Und trotz meiner Erkenntnis nutze ich es weiter.Und stricke schön weiter mit an meiner eigenen Entmündigung. Wie in so vielen Lebensbereichen.

Diesen Strick habe ich mir selbst gedreht und drehe fleißig weiter daran. Ein herumdoktern an Symptomen nützt da nicht wirklich was. Ich müsste meine komplette Existenz in Frage stellen, wäre ich konsequent.

Das ist aber kein Freifahrschein, passiv zu bleiben.

Und: Jedes Stückchen Wissen ist mir eine kostbare Beute. Darum muss ich mich mitteilen. Wenn andere sich daran stoßen "was ich alles weiß", dann liegt das nicht in meiner Hand. Neee!Es geht mir um die Inhalte und nicht darum, jemanden zu übertrumpfen.


Ein Bild zu vervollständigen, wenn frau so will...

Frühlingsnotiz

Seit vorgestern sind die Kühe wieder draußen und die Feldhasen geraten in Verwirrung ob der vielen Beine in ihrem Gesichtsfeld.
Es gibt wieder Kuhfladen!
Das Grün ist wieder so speziell, so ganz besonders, wie es nur jetzt ist.
Unser Kirschbaum blüht und strahlt und leuchtet. Hach!
Gestern habe ich die erste Fledermaus gesehen.
Schwalben noch nicht.
Und verflixt, ich habe wieder verpasst, ob die Esche oder die Eiche die Erste war mit dem ergrünen - und diese Information ist essentiell:
"Grünt die Esche vor der Eiche
hält der Sommer große Bleiche.
Grünt die Eiche vor der Esche
macht der Sommer große Wäsche!"

Mittwoch, April 11, 2007

Ach, so ist das...

...dachte ich des öfteren bei der Lektüre dieses und dieses Buches. Ich hab' beide noch immer nicht ganz durch, da sie ein wenig trocken daherkommen, aber trotzdem - äußerst erhellend! Was mich nur wundert, ist: Otto von Corvin hat seine Erkenntnisse schon vor über hundert Jahren veröffentlicht, damals war's schon ein Bestseller. Und trotzdem funktioniert der Schwindel in vielen Ländern noch immer ganz gut.

Samstag, April 07, 2007

Befindlichkeit: ROT!

Letzte Woche fing ich also an zu bluten. Ist alles prima gelaufen :) , ich hatte keine Beschwerden und auch mit dem Diva-Cup bin ich wunderbar zurecht gekommen. Kann ich wärmstens empfehlen! Obwohl es billiger geht, was mich im nachhinein echt ärgert. Trotzdem, ich find' die Sache an sich zehntausendmal besser als das mit den Tampons und Binden und dass es nach fünf Jahren ohne bluten gleich super geklappt hat ohne dieses Wattezeugs überzeugt mich nur noch mehr.

Drei Tage hat es gedauert. Am zweiten war ich high :) vom Blutverlust. Wenn sich alles wieder so schön einpendelt, wie es vor hormoneller Verhütung und Schwangerschaften war, will ich mich gar nicht beklagen.

Danke, Sam, für den Tip mit den Gänseblümchen. Waren auch nicht schwierig zu bekommen und wirken vielleicht eher als das Johanniskraut. Frauenmantel und Schafgarbe werde ich aber lieber selbst anpflanzen, das mit den Arzneitees ist mir irgendwie suspekt.

Okay, fünf Jahre Gestagen und dann von heut' auf morgen nix mehr (wobei ich nicht weiß, ist das schon alles rückstandsfrei raus aus mir?) müssen sich ja irgendwie auswirken auf's Gemüt. Trotzdem, ich möcht' jetzt nicht zig Sachen nehmen müssen... aus der Bahn gehauen hat's mich ja auch eher vorher schon, wie das alles zusammenspielt, ich weiß nicht.

Ich habe das Gefühl, irgendwie erst mal auf meine eigenen Beine kommen zu müssen. Und alles andere regelt sich von selbst.

Hm.

Starke Männer braucht die Frau??

Mir geht was im Kopf 'rum und lässt mir keine Ruhe. Um zum Punkt zu kommen, muss ich ein wenig ausholen. Aber vielleicht hilft das ja auch mir, die Angelegenheit klarer zu sehen.

In meinem Umfeld, bei meinen Altersgenossen, wimmelt es zur Zeit von scheiternden Beziehungen und viele Neuigkeiten beginnen mit:"Weißt du schon, wer jetzt vor die Tür gesetzt wurde / ausgezogen ist / sich getrennt hat / wieder eingezogen ist?" Teilweise ist es echt erschütternd, weil es oft diejenigen betrifft von denen man das niiieee.... aber man kann den Menschen ja nur vor den Kopf sehen!

Manchmal kommt's mir vor wie eine Art irrsinniges "Bäumchen, wechsel' dich!". Womit ich nicht gewertet haben möchte. Eher graust's mich, weil's mein Weltbild erschüttert.

Nun ist da eine, die alleinerziehend ist und deren Ex-Mann keinen Unterhalt zahlt, weil er sich für pleite erklärt hat und somit den Staat löhnen lässt. Er könnte aber in Wahrheit sehr wohl für seine Kinder aufkommen. Sie ist ihm um jeden Euro hinterhergerannt, sie hat's halt' nicht so dick.

Für mich sieht das so aus: sie hat es sich gefallen lassen und er hat sein geknicktes Ego - SIE hat IHN verlassen - immer wieder daran aufgerichtet, dass sie quasi als Bittstellerin kam, wenn's um Geld ging. Besonders viel gezahlt hat er aber trotzdem nicht.

So. Nun hat sie sich neu verliebt und dieser Mann zahlt bereits für SEINE zwei Kinder aus SEINER geschiedenen Ehe und wenn die beiden ihre Liebe amtlich machen, soll er auch noch für IHRE beiden Kinder zahlen, denn der Staat zieht sich dann gerne zurück.

Das ihm das stinkt, ist natürlich klar. Und logischerweise fühlt sie sich damit auch nicht gut.

Jetzt wollen sie ihrem Ex-Mann endlich richtig auf die Pelle rücken.

Was mir daran so zu schaffen macht: die Frau ist nicht auf den Kopf gefallen und hat für jedes Problem nach der Trennung eine Lösung gefunden, aber den Dreck, den ihr der Geschiedene zu schlucken gab, hat sie hingenommen, ob nun wegen der Kinder oder nicht, sie hat ihm das durchgehen lassen mit dem Geld.

Musste da wirklich erst ein "starker Mann" in ihr Leben treten und sie coachen, damit sie sich das nicht länger gefallen lässt? Auch in anderen Lebensbereichen hat sie offensichtlich einen Mann gebraucht, der ihr mal sagt, was sie sich alles nicht gefallen lassen sollte. Das ist jetzt ziemlich zynisch, aber mir lässt das keine Ruhe.

Es geht mir auch nicht um die Geschichte selbst. Es ist nur ein ziemlich gutes Beispiel für meine dunkle Ahnung, dass ich selbst in der Weibchen-Falle sitze. Denn bei ihrem "Sich-gefallen-lassen" sehe ich Parallelen zu meinem eigenen Leben.

Oder ist in Wahrheit alles viel komplizierter?